Digital PR bezeichnet die gezielte Platzierung von Marken-Content in redaktionellen Online-Medien, um Autorität aufzubauen, messbar an Backlinks und Markenerwähnungen. Genau diese Signale entscheiden inzwischen gleichzeitig darüber, wie gut eine Marke bei Google rankt und wie oft sie in ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews zitiert wird.

Für Marketing-Verantwortliche und Agenturen heißt das: Eine Medienplatzierung ist plötzlich mehr wert als früher. Eine gut platzierte redaktionelle Erwähnung baut heute an zwei Sichtbarkeits-Konten gleichzeitig: an der klassischen Rankingposition und an der Chance, als Quelle in einer KI-Antwort zu landen.

Vier Entwicklungen zeigen, wie eng Digital PR, SEO und GEO inzwischen verzahnt sind:

  • Der Anteil der KI-Overview-Zitate, die auch bei Google in den Top 10 ranken, ist von 76 auf 38 Prozent gefallen.
  • Markenerwähnungen im offenen Web korrelieren rund dreimal stärker mit KI-Sichtbarkeit als klassische Backlinks.
  • Fast jede fünfte deutsche Google-Suche zeigt bereits eine AI Overview, die Klicks auf Platz 1 mehr als halbiert.
  • Redaktionelle Berichterstattung liefert laut aktuellen Auswertungen den weit überwiegenden Teil aller KI-Zitate, während bezahlter Content nur einen winzigen Bruchteil ausmacht.

Was ist Digital PR, und warum zählt sie jetzt für SEO und GEO gleichzeitig?

Digital PR ist im Kern der Aufbau von Marken-Sichtbarkeit über Dritte: Journalisten, Fachmagazine oder Verlagsseiten schreiben, kuratieren oder veröffentlichen gegen entsprechende Kennzeichnung Inhalte, in denen Ihre Marke, Ihr Produkt oder Ihre Studie vorkommt. Damit wandert die Sichtbarkeit von der eigenen Website auf eine dritte, glaubwürdigere Domain, und genau an diesem Punkt treffen sich klassisches SEO und GEO.

Digital PR kurz erklärt: Strategischer Aufbau von Backlinks, Markenerwähnungen und Zitaten in redaktionellen Online-Medien, meist über Pressearbeit, Gastbeiträge, exklusive Studien oder gekennzeichnete Advertorials.

Das Fachportal OnlineMarketing.de ordnet Generative Engine Optimization deshalb näher an Digital PR ein als an klassisches On-Page-SEO: Die Hebel, die darüber entscheiden, ob eine KI eine Marke überhaupt zitiert, liegen größtenteils außerhalb der eigenen Website, in Presseartikeln und Fachmedien. Diese Verschiebung trifft auf ein verändertes Suchverhalten. Laut einer Bitkom-Befragung nutzt rund die Hälfte der deutschen Internetnutzer inzwischen zumindest gelegentlich einen KI-Chat für die Suche, bei den 16- bis 29-Jährigen sind es bereits rund zwei Drittel. Das trifft auf Unternehmen, die selbst längst umgestellt haben: Laut Bitkom setzen inzwischen 36 Prozent der deutschen Unternehmen KI ein, fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor, und mit 57 Prozent ist Marketing und Kommunikation dort der häufigste Einsatzbereich.

Selbst wer weiterhin gut rankt, bekommt dafür immer seltener einen Klick. Rund 20 Prozent aller deutschen Google-Suchanfragen zeigen inzwischen eine AI Overview, die die Klickrate auf Position 1 von 27 auf 11 Prozent drückt, ein Verlust von rund 265 Millionen organischen Klicks pro Monat allein in Deutschland. Eine eigene Wordsmattr-Untersuchung zu 125 SEO-optimierten Landingpages in Deutschland und Österreich zeigt das gleiche Muster im Kleinen: Nach dem Start der AI Overviews blieben die Impressionen fast stabil, minus 1,2 Prozent, während Klicks um 17,8 Prozent und die Klickrate um 14 Prozent einbrachen.

Wie stützen redaktionelle Backlinks weiterhin die Google-Rankings?

Ein Link aus einem thematisch passenden, autoritativen Medium zählt für Google weiterhin zu den stärksten externen Rankingsignalen. Seit dem Penguin-Update zählt dabei vor allem die thematische Relevanz und Autorität der verlinkenden Domain; die reine Linkmenge spielt eine deutlich kleinere Rolle.

Dahinter steht das E-E-A-T-Framework, mit dem Google die ganze Marke bewertet: Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness. Vertrauenswürdigkeit gilt laut Googles eigenen Quality-Rater-Guidelines als wichtigste Komponente, und Autorität misst Google unter anderem über Erwähnungen und Backlinks von glaubwürdigen Drittquellen. Genau das erzeugt eine saubere Digital-PR-Kampagne. Wer sich vorab die Preisspannen für Advertorials ansieht, erkennt schnell: Ein Link bei einer fachlich passenden Redaktion kostet in der Regel mehr als ein beliebiger Link auf einer irrelevanten Seite, liefert aber auch deutlich mehr Rankingwirkung.

Warum zählen Markenerwähnungen mehr als Rankings für KI-Zitate?

Markenerwähnungen im offenen Web korrelieren mit einem Spearman-Koeffizienten von 0,664 rund dreimal stärker mit KI-Sichtbarkeit als klassische Backlinks, die nur auf 0,218 kommen. Das zeigt eine Ahrefs-Analyse von 75.000 Marken und liefert damit den stärksten bisher gemessenen Zusammenhang zwischen einem Off-Page-Signal und der Zitierhäufigkeit in KI-Antworten.

Was das für Digital PR bedeutet: Ein Interview, ein Produkttest oder ein Advertorial, über das ein drittes Medium schreibt, erzeugt genau die Markenerwähnung, die stärker mit KI-Sichtbarkeit korreliert als der reine Link darunter.

Deshalb hilft ein gutes Google-Ranking zwar weiterhin, garantiert aber längst keine KI-Zitation mehr, wie die eingangs genannte Entwicklung von 76 auf 38 Prozent Top-10-Überlappung zeigt. Wie stark Marken-Domains überhaupt als Quelle auftauchen, unterscheidet sich zusätzlich je Plattform: Beim Otterly-AI-Citations-Report 2026 stammen bei Google AI Overviews 59,8 Prozent der zitierten Quellen von markeneigenen Domains, bei ChatGPT sind es 44,7 Prozent und bei Perplexity nur 28,9 Prozent. Wer die technische Tiefe zu Crawlern und Zitierlogik dahinter verstehen will, findet sie in unserer Einordnung zur generativen Suchmaschinenoptimierung.

Auch die Autorität des Mediums selbst spielt eine Rolle: Domains mit sehr hoher Autorität werden deutlich häufiger als Zitatquelle ausgewählt als kleine Nischenmagazine, das zeigt sich in mehreren aktuellen GEO-Studien. Für die Medienauswahl in einer Digital-PR-Kampagne bedeutet das, dass die Reputation der Zielseite mindestens so wichtig ist wie der Inhalt selbst. Ein fachlich starkes Advertorial auf einer kleinen Nischenseite bringt für die KI-Zitierbarkeit spürbar weniger als derselbe Inhalt auf einem etablierten Leitmedium, selbst wenn beide Seiten inhaltlich ähnlich gut aufbereitet sind.

Wie viel GEO-Wert steckt wirklich in einem Advertorial, und wo endet der Effekt ehrlich?

Ein einzelnes Advertorial wird von ChatGPT oder Perplexity so gut wie nie direkt als Quelle zitiert. Der SEO- und GEO-Wert entsteht deshalb fast ausschließlich über das, was die Platzierung danach auslöst: neue Backlinks und neue Markenerwähnungen.

Die ehrliche Zahl dahinter: Laut dem Generative Pulse-Report von Muck Rack stammen rund 84 Prozent aller KI-Zitate aus Earned Media, aber nur etwa 0,3 Prozent direkt aus bezahltem oder werblichem Content wie Advertorials.

Ein Advertorial wirkt also am stärksten als Startpunkt einer Kette: Der Backlink zählt fürs Ranking, die Erwähnung fürs Markensignal, und greifen andere Redaktionen den Beitrag auf, entsteht zusätzliche Berichterstattung, die selbst wieder neue Zitate liefern kann. Damit ist auch klar, dass Digital PR eine mittelfristige Investition bleibt und keinen sofortigen Zitat-Automatismus auslöst.

Damit dieser Effekt überhaupt entstehen darf, muss die Platzierung in Deutschland presserechtlich einwandfrei sein. Der Deutsche Presserat stellt klar, dass Bezeichnungen wie „Advertorial“, „Sponsored Post“ oder „Partnerinhalt“ presseethisch allein nicht als ausreichende Kennzeichnung gelten. Der Bundesgerichtshof ist darin sogar noch konkreter: Laut einem BGH-Urteil aus dem Jahr 2012 reicht auch die vage Formulierung „Sponsored by“ nicht aus, rechtssicher ist ausschließlich das Wort „Anzeige“. Alle Details rund um die Kennzeichnungspflicht bei bezahlten Beiträgen haben wir in unserem Leitfaden zur redaktionellen Werbung und Anzeigenkennzeichnung gesammelt.

Digital PR als gemeinsame Infrastruktur für Sichtbarkeit

Eigentlich ändert sich gar nicht das Werkzeug, sondern die Kennzahl, an der Sie den Erfolg einer Platzierung heute messen. Wer eine Digital-PR-Kampagne weiterhin nur an Rankingposition und Linkanzahl misst, verpasst die zweite Hälfte der Wirkung: die Markenerwähnung, die in einer KI-Antwort landet, ohne dass ein Nutzer je auf Ihre Seite klickt.

Für die Praxis lohnt sich deshalb ein zweiter Blick auf jede geplante Platzierung: Passt das Medium fachlich zum Thema, ist die Kennzeichnung presserechtlich sauber, und ist der Beitrag so geschrieben, dass ihn auch andere Redaktionen aufgreifen würden? Genau an diesem Zusammenspiel arbeiten wir bei jedem Advertorial, das wir für Kunden planen und platzieren. Wer diese drei Fragen schon vor der Buchung klärt, sammelt am Ende auf beiden Sichtbarkeits-Konten gleichzeitig ein Guthaben. Einen tieferen Einstieg in die Auswahl passender Partner liefert unser Guide zu GEO-Agenturen.

Häufige Fragen zu Digital PR, SEO und GEO

Zählt ein Link aus einem Advertorial genauso viel wie ein rein redaktioneller Backlink?

Nein, nicht automatisch. Seit dem Penguin-Update zählt für Google vor allem die thematische Relevanz und Autorität der verlinkenden Domain. Ein Advertorial auf einem fachlich passenden, autoritativen Medium kann deshalb mehr Rankingwirkung entfalten als ein zufälliger Link auf einer irrelevanten Seite.

Muss ein Advertorial in Deutschland zwingend als „Anzeige“ gekennzeichnet werden?

Ja. Der Deutsche Presserat verlangt eine presseethisch eindeutige Kennzeichnung, Begriffe wie „Sponsored Post“ oder „Partnerinhalt“ reichen dafür allein nicht aus. Der Bundesgerichtshof entschied zusätzlich, dass auch „Sponsored by“ nicht ausreicht und ausschließlich das Wort „Anzeige“ rechtssicher ist.

Zitieren ChatGPT und Perplexity Advertorials direkt als Quelle?

So gut wie nie. Laut Auswertungen von Muck Rack stammen nur rund 0,3 Prozent aller KI-Zitate aus bezahltem oder werblichem Content. Der SEO- und GEO-Wert eines Advertorials entsteht deshalb fast ausschließlich indirekt, über den Backlink und die Markenerwähnung, die eine gute Platzierung erzeugt.

Warum sinkt die Klickrate, obwohl eine Seite weiterhin auf Position 1 rankt?

Weil eine AI Overview inzwischen einen großen Teil der Klicks vor dem organischen Ergebnis abfängt. Bei Erscheinen einer AI Overview sinkt die Klickrate der bestplatzierten Google-Seite laut Ahrefs-Daten um bis zu 58 Prozent gegenüber dem Zustand vor AI Overviews.

Welche KI-Plattform bevorzugt markeneigene Quellen am stärksten?

Google AI Overviews. Dort stammen laut dem Otterly-AI-Citations-Report 59,8 Prozent der zitierten Quellen von markeneigenen Domains, bei ChatGPT sind es 44,7 Prozent und bei Perplexity nur 28,9 Prozent. Digital PR lohnt sich deshalb besonders dort, wo eine Marke selbst noch keine große Domain-Autorität mitbringt.