AI Visibility & Monitoring
Peec AI
Peec AI ist Anfang 2025 in Berlin aus dem Antler-Programm heraus entstanden und hat seitdem über 1.300 Marken und Agenturen an Bord geholt, darunter Chanel und Axel Springer. Das Produkt macht eine Sache und die richtig gut: Es misst, wie sichtbar eine Marke in AI-Antworten ist, und stellt das so dar, dass man den Report ohne Nacharbeit in ein Kundenmeeting mitnehmen kann.
Genau diese Fokussierung ist Stärke und Grenze zugleich. Es gibt keine Content-Erstellung, kein technisches Audit, keine Auswertung des Bot-Traffics. Wer eine Plattform sucht, die von der Messung bis zum fertigen Text alles abdeckt, ist hier falsch. Wer dagegen ein verlässliches Messinstrument braucht und die Umsetzung ohnehin im eigenen Team oder in der Agentur macht, bekommt bei Peec das beste Verhältnis aus Aufwand und Erkenntnis.
Für deutschsprachige Unternehmen kommt ein praktischer Punkt dazu: Vertrag, Rechnung und Support laufen über eine deutsche GmbH. Das erspart Diskussionen mit der eigenen Rechtsabteilung, die bei US-Anbietern regelmäßig aufkommen. Beim Preis sollte man allerdings genau hinschauen, denn die 85 Euro im Starter-Tarif decken nur drei Modelle ab.
Otterly.AI
Otterly.AI kommt aus Österreich, wurde 2024 von Thomas Peham, Klaus-M. Schremser und Josef Trauner gegründet und besetzt im Testfeld eine Lücke, die sonst niemand füllt: ernstzunehmendes AI-Monitoring für unter 50 Euro im Monat. Der Lite-Tarif startet bei 29 US-Dollar und enthält bereits unbegrenzte Nutzer, was bei den Wettbewerbern erst in den oberen Stufen üblich ist.
Interessanter als der Preis ist die Kombination aus zwei Perspektiven. Otterly misst einerseits die Sichtbarkeit in ChatGPT, Perplexity, Copilot und den Google AI Overviews. Andererseits prüft das GEO-Audit die eigenen URLs darauf, ob sie für Sprachmodelle überhaupt gut verwertbar sind. Diese zweite Hälfte fehlt bei reinen Monitoring-Tools komplett und ist genau der Teil, an dem sich am schnellsten etwas verbessern lässt.
Die Einschränkung steht im Kleingedruckten: 15 Prompts im Lite-Tarif sind ein Testballon, kein Monitoring. Realistisch braucht man den Standard-Tarif für 189 US-Dollar, und dann ist der Preisvorteil gegenüber Peec AI aufgebraucht. Dazu kommen Zusatzkosten, wenn man Gemini oder Claude mit beobachten will.
Writesonic
Writesonic hat sich vom AI-Texter zur GEO-Plattform gewandelt und ist damit im Testfeld ein Sonderfall. Alle anderen Tools sagen einem, wo die Marke in AI-Antworten fehlt. Writesonic ist das einzige, das aus dieser Erkenntnis direkt einen Artikelentwurf macht und dazu eine Aufgabenliste für die eigene Website ausspielt.
Für Teams ohne feste Redaktion ist das der entscheidende Unterschied. Die Lücke zwischen Analyse und Umsetzung ist in der Praxis der Punkt, an dem GEO-Projekte scheitern: Der Report liegt vor, aber niemand hat Zeit, die zwölf identifizierten Themen auch zu schreiben. Writesonic verkürzt diesen Weg deutlich.
Der Haken liegt in der Messtiefe. Außerhalb des Enterprise-Tarifs werden nur ChatGPT, Gemini und die Google AI Overviews beobachtet. Perplexity und Copilot fehlen damit in genau den Tarifen, die für den Mittelstand infrage kommen. Und die generierten Texte sind ein Rohentwurf, kein fertiger Artikel. Auf Deutsch fällt die Nacharbeit erfahrungsgemäß größer aus als auf Englisch.
Semrush AI Visibility Toolkit
Semrush hat sein AI Visibility Toolkit als eigenständiges Produkt neben die klassische SEO-Suite gestellt. Für Teams, die seit Jahren mit Semrush arbeiten, ist das die naheliegendste Option: Die AI-Kennzahlen liegen neben den Keyword-Rankings und Backlink-Daten, es gibt kein zweites Login, kein zweites Reporting und keine Diskussion über ein weiteres Tool im Stack.
Fachlich ist das Toolkit solide, aber es merkt man ihm an, dass es aus der Keyword-Welt kommt. Die Auswertung ist stärker an Suchbegriffen orientiert als an ganzen Prompts, und genau darin unterscheidet sich AI-Suche vom klassischen Google. Wer wissen will, wie ein Modell eine komplexe Kaufentscheidungsfrage beantwortet, bekommt bei Profound oder Peec die genauere Antwort.
Der zweite Punkt ist die Preisstruktur. Die 99 US-Dollar klingen moderat, gelten aber pro Domain und pro Nutzer. Ein Team mit drei Personen und zwei Marken zahlt schnell das Fünffache. Für Agenturen mit vielen Mandanten rechnet sich das selten, für ein einzelnes Unternehmen mit einer Domain dagegen schon.
Profound
Profound ist 2024 in New York gestartet und hat sich innerhalb von zwei Jahren zur Referenz für Answer Engine Optimization im Enterprise-Segment entwickelt. Der entscheidende Unterschied zu den meisten Wettbewerbern liegt in der Datengrundlage: Während viele Tools eine Liste von Testprompts in regelmäßigen Abständen an die Modelle schicken, wertet Profound zusätzlich aus, was echte Nutzer fragen und welche Antworten sie bekommen.
Für Marketing-Teams heißt das konkret: Man sieht nicht nur einen Sichtbarkeitswert, sondern die Quellen, aus denen sich eine Antwort speist. Wer feststellt, dass ChatGPT bei einer Kaufentscheidungsfrage konsequent drei Vergleichsportale zitiert und die eigene Seite nicht, weiß sofort, wo die Arbeit ansetzt. Die Agent Analytics ergänzen das um die technische Perspektive und zeigen, welche AI-Crawler die eigene Domain überhaupt besuchen.
Der Preis für diese Tiefe ist Komplexität. Profound ist kein Tool, das man an einem Nachmittag durchdringt, und der Einstiegstarif für 99 US-Dollar deckt nur ChatGPT ab. Wer ernsthaft mehrere Engines beobachten will, landet schnell bei 399 US-Dollar im Monat. Für kleinere Marken ist das viel, für ein Unternehmen mit relevantem Umsatzanteil aus organischer Suche ist es gut investiert.





