Ein Vergleich der KI-Suchmaschinen zeigt vor allem, wie wenig sich ihre Quellen decken: ChatGPT und Perplexity teilen nur rund 11 % ihrer zitierten Domains. Eine Platzierung, die Perplexity zitiert, bleibt in ChatGPT deshalb womöglich unsichtbar, und Ihre Mediaplanung muss pro Engine entscheiden.
- ChatGPT bevorzugt Wikipedia, Perplexity Reddit, Google AI Overviews setzt auf YouTube und den eigenen Index.
- In Deutschland nutzen 71 % der KI-Nutzenden ChatGPT, eine offizielle Nutzerzahl von OpenAI gibt es nicht.
- Unabhängige Markenerwähnungen sagen KI-Zitationen mit einer Korrelation von 0,664 besser voraus als Backlinks oder Domain Rating.
- Platzierungen kosten von rund 500 € im Fachportal bis über 20.000 € im Leitmedium, gewählt nach Testziel.
KI-Suchmaschinen im Vergleich: So holen ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google AI Mode ihre Quellen
Die großen Engines greifen auf drei technisch getrennte Quellensysteme zu. ChatGPT sucht überwiegend über den Bing-Index und ergänzt mit eigenem Trainingswissen, Perplexity schickt pro Frage eigene Sub-Suchen durch seine Retrieval-Pipeline Sonar, und Gemini und Google-KI hängen am Google-Index.
| Engine | Backend | Ø Zitate pro Antwort | Erfasste Prompts/Monat (Ahrefs Brand Radar) | Nutzung unter KI-Nutzenden in Deutschland (Bitkom 2026) |
|---|---|---|---|---|
| ChatGPT | Bing-Index plus Trainingswissen | knapp 8 | ca. 10,6 Mio. | 71 % |
| Perplexity | eigene Live-Retrieval-Pipeline (Sonar), Sub-Suchen pro Frage | knapp 22 | ca. 13,1 Mio. | keine Angabe |
| Gemini | Google-Index mit Query-Fan-Out | rund 13 | ca. 7,2 Mio. | 50 % |
| Google AI Overviews | Google-Index mit Query-Fan-Out | rund 13 | ca. 134 Mio. | keine Angabe |
| Google AI Mode | Google-Index, seit Januar 2026 auf Gemini 3 | keine Angabe | ca. 13,5 Mio. | keine Angabe |
Für Ihre Planung zählt vor allem, Engine-Rankingfolge. Bei Perplexity überschneiden sich 82 % der URLs mit den Google-Top-10, bei ChatGPT sind es nur rund 6,5 %. Wer bei Google oben steht, hat in Perplexity also gute Karten. Für ChatGPT braucht es andere Signale. Hier zahlt sich gezielte Perplexity-Optimierung Ihrer bestehenden Rankings besonders schnell aus.
Query-Fan-Out: Google zerlegt eine Nutzerfrage in mehrere Teilsuchen, schickt sie parallel durch den eigenen Index und setzt die Antwort aus den Treffern zusammen. Zitiert werden kann deshalb auch eine Seite, die nur eine Unterfrage sauber beantwortet.
Bei der Nutzung in Deutschland liefert die Bitkom die belastbarste Grundlage. 58 % der Deutschen ab 16 Jahren nutzen KI-Anwendungen. Unter ihnen setzen 71 % ChatGPT ein, 43 % Microsoft Copilot und 35 % Meta AI. OpenAI veröffentlicht keine Deutschland-Zahl. Hochgerechnet aus den Bitkom-Werten landen Schätzungen bei rund 27 bis 30 Millionen ChatGPT-Nutzern.
Die Prompt-Zahlen aus Ahrefs Brand Radar sind keine Nutzerzahlen. Sie zeigen, wie viele Anfragen Ahrefs je Engine monatlich auswertet, abgeleitet aus Googles „Ähnliche Fragen“ und einer Keyword-Datenbank. Als Gewichtung der Suchnachfrage taugen sie trotzdem: AI Overviews erreicht eine ganz andere Größenordnung als jede Chat-Oberfläche. In Deutschland ist AI Overviews seit März 2025 live, der KI-Modus seit Oktober 2025 in der gesamten DACH-Region.
Wikipedia, Reddit oder YouTube: Welche Quelle welche Engine bevorzugt
Jede Engine hat einen Lieblings-Quellentyp, und der unterscheidet sich deutlich: ChatGPT setzt auf Wikipedia, Perplexity auf Community-Inhalte, Google auf Video und Index. Die Prozentwerte schwanken je nach Studie stark, die Rangfolge der Quellentypen bleibt über Profound, Ahrefs und weitere Analysen hinweg konstant.
| Engine | Bevorzugter Quellentyp | Ungefährer Anteil (global, je nach Studie) |
|---|---|---|
| ChatGPT | Wikipedia, danach Reddit, Forbes, Business Insider | Wikipedia ca. 8 bis 16 % |
| Perplexity | Reddit und Community-Plattformen | Reddit zwischen 6,6 % und 46,7 % der Top-10-Zitate |
| Google AI Overviews | YouTube und organischer Google-Index | YouTube ca. 23 % |
Noch wichtiger für Ihre Mediaplanung ist die geringe Überschneidung. Über mehr als 680 Millionen Zitate hinweg teilen sich ChatGPT und Perplexity nur rund 11 % der Domains, und AI Overviews und AI Mode zitieren nur in 13,7 % der Fälle dieselben URLs. BrightEdge misst auf Quellenebene paarweise Überschneidungen von 16 bis 59 %: Gemini und AI Mode teilen 27 % ihrer Quellen, AI Mode und AI Overviews 59 %. Selbst Googles eigene Flächen ziehen also nicht am selben Strang.
Deutschsprachige Zitierstudien fehlen bislang. Die nächstliegende Annäherung kommt aus Frankreich: Dort führt Wikipedia bei ChatGPT mit 4,88 %, bei Perplexity liegt YouTube mit 7,16 % vorn. Die Anteile der Spitzenquelle fallen damit deutlich kleiner aus als in den globalen Daten. Das deutet auf eine breitere Streuung im nicht-englischen Raum hin, also mehr Platz für lokale Medien. Belegt ist das für Deutschland aber nicht, deshalb gehört dieser Punkt in Ihrer Präsentation als Hypothese markiert.
Warum manche Marken ständig zitiert werden und andere nie
Markenerwähnungen sind der stärkste Prädiktor für KI-Sichtbarkeit. Ahrefs hat dafür 75.000 Marken ausgewertet und für diese Branded Web Mentions eine Korrelation von 0,664 gemessen, deutlich vor Backlinks und Domain Rating (Erhebung Dezember 2025).
Bekannte Marken tauchen deshalb in Antworten auf, obwohl ihre eigenen Seiten technisch durchschnittlich sind. Die Engines vertrauen Quellen mit hoher Autorität und übernehmen, was dort über Sie steht. Daraus ergeben sich drei Hebel: Medien-Präsenz, Branchenlisten und Review-Portale (für B2B etwa OMR Reviews oder Handelsblatt-Vergleiche) und eigene Daten, die andere Publikationen zitieren, zum Beispiel eine kleine Umfrage aus Ihrem Fachgebiet. Wer diese Hebel extern vergibt, sollte wissen, wie sich KI-Sichtbarkeit für Marken sinnvoll einkaufen lässt.
Markenerwähnungen nützen aber nur, wenn die Such-Crawler der Engines die Seite überhaupt abrufen dürfen. Prüfen Sie vor jeder Buchung diese Punkte:
- Erlauben Sie die Such-Crawler OAI-SearchBot, ChatGPT-User, PerplexityBot und Claude-SearchBot in robots.txt.
- Stellen Sie den Artikel frei zugänglich bereit, ohne Paywall.
- Verzichten Sie auf noindex, halten Sie den Artikel dauerhaft online und setzen Sie ein sichtbares Veröffentlichungsdatum.
Beim ersten Punkt lohnt die schriftliche Rückfrage beim Verlag: GPTBot ist der meistgeblockte KI-Bot, knapp 6 % aller Websites sperren ihn. Klären Sie deshalb vorab, ob eine solche Sperre auch die Such-Crawler trifft.
Gut zu wissen: Trainings-Crawler wie GPTBot, ClaudeBot oder Google-Extended dürfen Sie sperren, ohne KI-Sichtbarkeit zu verlieren. Die Sperre von Google-Extended verhindert nur das Gemini-Training, AI Overviews speist weiterhin der reguläre Googlebot.
Welche Medien den höchsten Zitier-Hebel bieten und was das kostet
Den höchsten Hebel bieten Medien mit hoher Autorität, frei zugänglichem Text und Indexierung, also Leitmedien und etablierte Fachmedien. Die Preise staffeln sich dabei von rund 500 € bis in den fünfstelligen Bereich und sind Branchenschätzungen, keine amtlich erhobenen Marktpreise.
| Klasse | Beispiele und Richtpreise (netto) | Passt, wenn Sie … |
|---|---|---|
| Kleines Online-Fachportal | ca. 500 bis 1.500 € | einen ersten GEO-Test in einer Nische fahren wollen |
| Etabliertes Fachmedium | ca. 2.000 bis 7.500 € | im B2B-Umfeld Autorität in Ihrer Branche aufbauen wollen |
| Leitmedium, Ratgeber-Umfeld | FAZ Kaufkompass ab ca. 6.000 €, Google-indexiert | Leitmedien-Autorität ohne Traffic-Garantie testen wollen |
| Leitmedium online mit Traffic | Stern ab ca. 10.000 €, Spiegel ab ca. 15.000 €, FAZ ab ca. 20.000 €, Süddeutsche ab ca. 25.000 €, Zeit meist ab 30.000 € | Trust-Building auf höchster Ebene planen |
| Print und eigene Hubs | FAZ Print ab 25.000 €, FAZ Advertorial Hub ab 50.000 €, Spiegel Print bis 80.000 € | eine Markenkampagne mit Offline-Effekt fahren |
Welches Medium innerhalb einer Preisklasse den Zuschlag bekommt, entscheiden drei Kriterien: Der Text muss frei zugänglich und indexiert sein, das Medium muss die Such-Crawler zulassen, und es sollte in Test-Prompts als Quelle auftauchen. Ein Fachportal, das Perplexity bereits zitiert, bringt mehr als ein teures Leitmedium, das dort nie erscheint.
Eine Einschränkung gehört offen auf den Tisch: Kausalbelege dafür, dass ein Advertorial zu einer ChatGPT-Zitation führt, gibt es nicht. Die Basis ist die Korrelation zwischen Markenerwähnungen und KI-Sichtbarkeit. Entscheiden Sie deshalb nach Ihrem Ziel. Für einen ersten Test genügen zwei, drei Platzierungen in Fachportalen, deren Wirkung Sie messen. Ein Leitmedium lohnt sich, wenn Sie Vertrauen bei Kunden und Engines zugleich aufbauen wollen.
Buchen können Sie direkt beim Verlag, über Vermarkter wie iqdigital oder über eine Agentur, die mehrere Medien bündelt. Bei Wordsmattr decken wir zwei Stufen dieser Staffel ab: Unser PR-Advertorial ab 1.500 € ist SEO-optimiert, läuft 12 Monate oder unlimitiert und kommt ohne garantierte Reichweite. Das Premium Advertorial ab 9.000 € erscheint auf Tier-1-Medien und bringt Traffic-Zufuhr über mehrere Kanäle samt Reporting mit. Welche Medien für Ihre Branche in Frage kommen, zeigt unsere Übersicht zu Online-Advertorials auf über 475 Medien.
Wie Sie Ihre KI-Sichtbarkeit messen, und womit Sie diese Woche starten
Messen können Sie KI-Sichtbarkeit mit spezialisierten Monitoring-Tools, die Ihre Prompts regelmäßig durch die Engines schicken. Die Werkzeuge staffeln sich 2026 in drei Preisklassen:
- Einstieg (Otterly.AI): ab 29 USD/Monat für 15 bis 25 Prompts über vier Engines.
- Mittelstand (Peec AI): ab rund 90 € pro Monat für 25 Prompts mit Share-of-Voice-Analysen.
- Enterprise (Profound): ab 99 bis 499 USD/Monat, real oft 2.000 bis 5.000 USD für über zehn Engines.
Ergänzend liefert Ahrefs Brand Radar vier Kennzahlen, die sich für Reportings eignen: Mentions, Citations, Impressions und AI Share of Voice, also Ihren prozentualen Anteil an den Impressionen im Vergleich zu bis zu zehn Wettbewerbern. Share of Voice und Zitationsrate sind die Werte für Ihre Geschäftsführung im Quartalsvergleich. Eine breitere Marktübersicht bietet unser Vergleich der 15 wichtigsten GEO-Tools.
Diese Woche kein Tool nötig. Formulieren Sie 10 bis 15 Fragen, die Ihre Kunden vor einer Kaufentscheidung stellen, und geben Sie sie in ChatGPT, Perplexity und den Google KI-Modus ein.
Notieren Sie in einer Tabelle, ob Ihre Marke erscheint, welche Wettbewerber genannt werden und welche Medien als Quelle verlinkt sind. Parallel prüft Ihre IT die robots.txt auf die Such-Crawler. Nach einer Woche wissen Sie, wo Sie stehen und welche Medien Ihre Engines bereits lesen.
Wo die Zahlen an ihre Grenzen stoßen
Prozentwerte sind untereinander oft nicht vergleichbar. Jede Studie nutzt ein anderes Prompt-Set, einen anderen Zeitraum, andere Branchen und fast immer englischsprachige Anfragen aus den USA.
Ein Wert, zwei Wahrheiten: Der Reddit-Anteil an Perplexity-Zitaten liegt in einer Analyse bei 46,7 %, in einer anderen bei 6,6 %. Beide Studien sind seriös, sie haben schlicht andere Fragen gestellt.
Zitationen sind zudem volatil: Laut Search Atlas (September 2025, 5,5 Millionen Antworten) teilen Perplexity, ChatGPT und Gemini bei 35 bis 40 % der Anfragen keine einzige gemeinsame Domain. Außerdem schwanken Zitationsanteile derselben Engine innerhalb weniger Monate stark. Für Ihr Deck heißt das: Quelle, Stand, Stichprobe nennen, und argumentieren Sie mit der stabilen Rangfolge der Quellentypen. Einzelne Prozentwerte überstehen die erste kritische Rückfrage selten.
Eine Medien-Platzierung bringt dann wenig, wenn das Medium Such-Crawler aussperrt, der Text hinter einer Paywall liegt oder Ihre Zielgruppe eine Engine nutzt, die dieses Medium kaum zitiert. Darum prüfen wir vor jeder Buchung die technische Erreichbarkeit und gleichen das Medium mit den Quellen ab, die in Ihren Test-Prompts auftauchen. Der Prompt-Test gehört vor jede Platzierung, egal in welcher Preisklasse.
Fazit: Ihr eigenes Prompt-Set ist die beste Studie
Keine globale Studie sagt Ihnen verlässlich, welche Medien in Ihrer Branche und auf Deutsch zitiert werden, Ihr eigener Prompt-Test schon. Starten Sie deshalb mit den 10 bis 15 Kundenfragen und dem robots.txt-Check, und werten Sie nach zwei Wochen aus, welche Medien die Engines Ihrer Zielgruppe bereits verlinken.
Priorisieren Sie danach Ihre Maßnahmen: zuerst bestehende Erwähnungen auf Review-Portalen pflegen, dann gezielt zwei bis drei Platzierungen in genau diesen Medien testen. Messen Sie das Ergebnis mit einem Einstiegs-Tool, bevor Sie in Leitmedien skalieren. So stehen Sie im nächsten Budgetgespräch mit eigenen Daten da.
Häufige Fragen zum KI-Suchmaschinen-Vergleich
Lohnt es sich, in AI Overviews zitiert zu werden, wenn die Klicks ohnehin sinken?
Ja. Marken, die im AI Overview selbst zitiert werden, erhalten laut Seer Interactive 35 % mehr organische Klicks als nicht zitierte Wettbewerber auf derselben Ergebnisseite. In Deutschland kosten AI Overviews laut Sistrix im Schnitt 6,6 % der organischen Klicks über alle Keywords (Februar 2026).
Wie lange dauert es von der Veröffentlichung bis zur ersten KI-Zitation?
Eine belastbare Studie zur Zeitspanne gibt es bislang nicht. Planen Sie deshalb ein volles Quartal ein und wiederholen Sie Ihren Prompt-Test monatlich. So sehen Sie, ab wann eine neue Platzierung in den Antworten auftaucht.
Muss ich Advertorials als Anzeige kennzeichnen, und schadet das der Zitierchance?
Ja. In Deutschland verlangen § 5a Abs. 4 UWG und § 22 Medienstaatsvertrag, dass bezahlte Beiträge klar als Werbung erkennbar sind; für Presseinhalte bestätigte der Bundesgerichtshof 2014 (Az. I ZR 2/11) die Kennzeichnung als „Anzeige“. Ob die Kennzeichnung die Zitierchance beeinflusst, hat bislang keine Studie untersucht.
Reicht klassisches SEO, oder brauche ich ein eigenes GEO-Budget?
Beides, mit unterschiedlicher Gewichtung je Engine. Für AI Overviews bleibt das Google-Ranking wichtig, auch wenn der Anteil der Zitate aus den Top-10 laut Ahrefs von rund 76 % Mitte 2025 auf etwa 38 % Anfang 2026 sank. ChatGPT zitiert zu 83 % URLs, die in Google gar nicht auftauchen; dort tragen Markenerwähnungen mehr.
Wie oft sollte ich meine Prompt-Tests wiederholen?
Monatlich, mit immer denselben Fragen. Weil Zitationen nach Modell-Updates stark schwanken, zeigt erst der Verlauf über mehrere Monate einen echten Trend. Ohne Tool-Budget reicht dafür eine Tabelle, ergänzt um den Search-Console-Bericht „Generative AI performance“, sobald er in Ihrer Property verfügbar ist.
CEO & Gründer – Wordsmattr GmbH
Lukas Gehrer ist Gründer und CEO der Advertorial-Agentur Wordsmattr.io und Experte für Advertorials & Content Marketing. Über seine Erfahrung rundum Marketing, KI & Online Sichtbarkeit berichteten bereits die FAZ, DerStandard, Basicthinking, ITdaily, HORIZONT und viele weitere Medien. 2014 als Journalist und Podcaster gestartet, schreibt er heute noch immer als Gastautor, etwa für ZDNet oder World4You.

