E-E-A-T bündelt die Google-Kriterien Experience, Expertise, Authoritativeness und Trust für die Qualität von Inhalten, und GEO überträgt dieselbe Logik auf Antworten von ChatGPT und Google AI Overviews. Advertorials auf glaubwürdigen Leitmedien zahlen auf beide Systeme ein, weil sie Markenerwähnungen erzeugen, die laut Ahrefs rund dreimal stärker mit KI-Sichtbarkeit korrelieren als klassische Backlinks. Für Marketing-Verantwortliche verschiebt das den Fokus vom einzelnen Ranking auf das Vertrauen, das eine Marke im gesamten Web genießt.
Für Marketing-Verantwortliche und Agenturen ist das mehr als Theorie, denn vier Zahlen aus aktuellen Studien zeigen gemeinsam, warum der Autoritäts-Hebel Advertorial gerade jetzt an Bedeutung gewinnt und warum die eigene Landingpage dafür längst nicht mehr ausreicht:
- In Deutschland lösen bereits rund 20 Prozent aller Google-Suchanfragen ein AI Overview aus, was die Klickrate auf Position 1 von 27 auf 11 Prozent drückt.
- Google hat die Bewertungsrichtlinien im September 2025 um konkrete Beispiele für KI-Zusammenfassungen erweitert und den YMYL-Bereich ausgeweitet.
- Markenerwähnungen korrelieren laut einer Analyse von 75.000 Marken rund dreimal stärker mit KI-Sichtbarkeit als klassische Backlinks.
- Nur 0,3 Prozent aller KI-Zitate stammen aus bezahlten Inhalten, während 84 Prozent auf redaktionelle Earned Media entfallen.
Was bedeutet E-E-A-T für Google-Rankings und KI-Antworten?
E-E-A-T ist das Bewertungsraster, mit dem Googles Quality Rater die Qualität von Inhalten einschätzen. Laut gängiger Fachauslegung bildet Trust dabei das Fundament, auf dem die übrigen drei Komponenten aufbauen, denn ohne Vertrauenswürdigkeit nützt weder Erfahrung noch Fachwissen etwas.
Google hat das ursprüngliche E-A-T-Konzept bereits 2014 in seine Search Quality Rater Guidelines aufgenommen. Im Dezember 2022 kam mit dem zweiten E für Experience die Komponente hinzu, die eigene, praktische Erfahrung mit einem Thema oder Produkt verlangt, etwa den direkten Produkttest, der über reines Fachwissen aus zweiter Hand hinausgeht.
Die vier E-E-A-T-Komponenten kurz erklärt: Experience (eigene, praktische Erfahrung), Expertise (nachweisbares Fachwissen), Authoritativeness (Anerkennung durch andere, unabhängige Quellen) und Trust (Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit einer Seite, ihres Autors und ihres Betreibers).
Gerade die Komponente Authoritativeness betrifft Advertorials unmittelbar. Sie bemisst sich daran, wie oft und in welchem glaubwürdigen Umfeld unabhängige Dritte eine Marke erwähnen. Die eigene Selbstdarstellung zählt dabei kaum, entscheidend ist das externe Echo. Genau hier setzen redaktionelle Platzierungen auf Leitmedien an.
Wie verändert Googles September-2025-Update die Spielregeln für AI Overviews?
Das Update vom 11. September 2025 hat die inzwischen 182-seitigen Quality Rater Guidelines erstmals um konkrete Bewertungsbeispiele für AI Overviews erweitert und den YMYL-Bereich (Your Money Your Life) von „Society“ auf „Government, Civics & Society“ ausgeweitet, mit Wahlen und Institutionen als neuen Schwerpunkten. Für alle Themen mit finanzieller, gesundheitlicher oder gesellschaftlicher Relevanz gelten damit strengere Prüfmaßstäbe.
In Deutschland zeigt sich der Effekt bereits im Traffic: Rund 20 Prozent aller Google-Suchanfragen lösen inzwischen ein AI Overview aus, wodurch die Klickrate auf Position 1 von 27 auf 11 Prozent einbricht. Rechnerisch entspricht das rund 265 Millionen entgangenen Klicks pro Monat allein in Deutschland, je nach Branche zwischen 1 und 24 Prozent aller Klicks. Wer heute auf Klassifizierungssysteme wie Googles KI-Modus optimieren will, findet dazu vertiefende Tipps in unserem Beitrag Wie werde ich in Googles KI-Modus besser gefunden?
Hinzu kommt, dass die zitierten Quellen selbst instabil bleiben. Eine Auswertung von über 82.000 Prompts über 17 Wochen zeigt, dass Googles AI Mode wöchentlich 56 Prozent seiner zitierten Domains austauscht, ChatGPT sogar 74 Prozent. Bei markenbezogenen Suchanfragen bleiben Domains dagegen deutlich stabiler und sind in rund 43 Prozent der Fälle über den gesamten Beobachtungszeitraum präsent. Diese Differenz ist der eigentliche Grund, warum Markenaufbau gerade jetzt an Gewicht gewinnt.
Was ist Generative Engine Optimization und wie hängt sie mit E-E-A-T zusammen?
Generative Engine Optimization (GEO) ist ein 2024 von Forschungsteams aus Princeton, Georgia Tech und IIT Delhi vorgestelltes Optimierungsprinzip, das Inhalte gezielt auf die Zitierfähigkeit in generativen KI-Antworten ausrichtet. Laut der zugrundeliegenden GEO-Studie mit dem GEO-bench-Benchmark und 10.000 Suchanfragen kann das gezielte Einbauen von Zitaten und Statistiken die Sichtbarkeit einer Quelle in KI-Antworten um bis zu 40 Prozent steigern. Wie sich dieses Prinzip im Detail umsetzen lässt, erklären wir in unserem Grundlagenartikel zu Generative Engine Optimization.
Für die Praxis zählt vor allem eine zweite Zahl. Laut der Studie Generative Pulse von Muck Rack stammen 84 Prozent aller Zitate in ChatGPT, Claude und Gemini aus Earned Media, also aus redaktionellen Inhalten, die sich eine Marke nicht direkt erkaufen kann. Journalismus allein macht davon 27 Prozent aus. Bezahlte Inhalte wie Advertorials tauchen dagegen nur in 0,3 Prozent aller direkten KI-Zitate auf, ein Wert, der seit Juli 2025 stabil zwischen 82 und 89 Prozent Earned-Media-Anteil pendelt.
Wichtig zur Einordnung: Advertorials werden von KI-Systemen fast nie selbst als Quelle genannt. Ihr Effekt läuft über einen Umweg: Sie erzeugen zusätzliche, glaubwürdige Markenerwähnungen, und genau diese Erwähnungen korrelieren stark mit KI-Sichtbarkeit. Einen einzelnen Beleg, der den Kausalpfad vom Advertorial zum konkreten KI-Zitat direkt nachweist, gibt es bislang nicht, die Kette lässt sich nur aus mehreren Studien zusammensetzen.
Warum bauen Advertorials auf Leitmedien trotzdem Autorität auf?
Der Hebel liegt in der Zahl vertrauenswürdiger Markenerwähnungen, die durch wiederkehrende Platzierungen in redaktionellen Umfeldern entstehen. Laut einer Analyse von 75.000 Marken korrelieren unverlinkte und verlinkte Markenerwähnungen im Web mit einem Wert von 0,664 rund dreimal stärker mit der Sichtbarkeit in Google AI Overviews als klassische Backlinks mit 0,218. Domains im obersten Quartil der Erwähnungen erzielen dabei bis zu zehnmal mehr KI-Erwähnungen als Domains im nächstniedrigeren Quartil.
Welches Umfeld die Erwähnung liefert, spielt dabei zusätzlich eine Rolle. Laut dem Reuters Institute Digital News Report 2025 genießen ARD-Hauptnachrichten mit 65 Prozent und regionale sowie lokale Tageszeitungen mit 63 Prozent das höchste Vertrauen aller abgefragten Quellen in Deutschland. Eine Markenerwähnung in einem solchen Umfeld transportiert einen Teil dieses Vertrauens direkt mit.
Auch die Werbebranche bestätigt diesen Imagetransfer-Effekt selbst. In einer Trendstudie von BVDW und OVK gab über die Hälfte der Befragten einen Imagetransfer zwischen Medienmarke und beworbener Marke an, 81 Prozent sagten, unseriöse Werbung schade dem Ansehen eines gesamten digitalen Angebots. Die Studie stammt aus dem Jahr 2022, eine aktuellere öffentliche Auflage zu diesem Punkt ist nicht bekannt, der beschriebene Mechanismus deckt sich aber mit den neueren Zahlen zu Markenerwähnungen und Medienvertrauen. Wie sich diese Umfeld-Wirkung konkret auf einzelne Formate übersetzt, zeigt unser Ratgeber zu Advertorials.
Wie setzen Sie Kennzeichnung, Presserecht und Praxis strategisch um?
Rechtlich sicher und damit dauerhaft wirksam wird ein Advertorial erst durch klare Kennzeichnung. Der Deutsche Presserat verlangt laut Pressekodex Ziffer 7 eine eindeutige Bezeichnung als „Anzeige“ und stuft Begriffe wie „Advertorial“, „Sponsored Post“ oder „Verlags-Sonderveröffentlichung“ presseethisch als unzureichend ein. Verstöße gegen dieses Trennungsgebot sanktioniert der Presserat jährlich in zahlreichen Fällen. Welche rechtlichen Feinheiten dabei insgesamt zu beachten sind, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag zu redaktioneller Werbung und redaktionellen Anzeigen.
Technisch verlangt Google seit 2019 zusätzlich, bezahlte Links, etwa aus Advertorials, mit dem Attribut rel=“sponsored“ oder rel=“nofollow“ zu versehen. Unmarkierte bezahlte Links riskieren manuelle Maßnahmen gegen die Linkkraft der gesamten Domain, ein Risiko, das den mühsam aufgebauten Trust-Faktor im schlimmsten Fall zunichtemacht.
- Prüfen Sie bei jeder Platzierung, ob Markenname und Zusatzangaben exakt konsistent erscheinen.
- Wählen Sie Leitmedien auch danach aus, wie stark Ihre Zielgruppe dem jeweiligen Umfeld vertraut.
- Kennzeichnen Sie jede bezahlte Platzierung eindeutig als Anzeige und setzen Sie Links mit rel=“sponsored“.
- Prüfen Sie regelmäßig, wie oft Ihre Marke in KI-Antworten genannt wird, zusätzlich zum klassischen Ranking-Tracking.
Marketing-Teams spüren diesen Handlungsdruck bereits konkret: 84 Prozent der befragten Unternehmen aus dem Bitkom-Netzwerk sehen Künstliche Intelligenz als einen der einflussreichsten Marketingtrends bis 2027 (eine Stimmungsabfrage unter 180 Unternehmen, laut eigener Methodik nicht repräsentativ). Belastbarer zeigt eine repräsentative Bitkom-Befragung von 604 Unternehmen denselben Trend: Der Anteil der Firmen, die KI bereits aktiv einsetzen, hat sich von 17 auf 41 Prozent verdoppelt. Je mehr Kaufentscheidungen über KI-Antworten vorbereitet werden, desto stärker entscheidet genau die hier beschriebene Kombination aus Kennzeichnung, Medienumfeld und Markenerwähnung darüber, ob eine Marke in diesen Antworten überhaupt auftaucht.
Wenn KI-Quellen wöchentlich wechseln, zählt das Muster
Die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus den aktuellen Zahlen liegt im Zusammenspiel zweier Werte. Während Google AI Mode wöchentlich 56 Prozent und ChatGPT sogar 74 Prozent ihrer zitierten Domains austauschen, bleiben Marken-Domains mit 43 Prozent Präsenz über 17 Wochen deutlich stabiler. Sichtbarkeit in KI-Antworten entsteht damit nicht durch die einzelne Platzierung, sondern durch das Muster vieler glaubwürdiger Erwähnungen, das sich über Monate aufbaut.
Für Marketing-Verantwortliche bedeutet das einen Wechsel im Reporting. Die Frage „Wo ranken wir?“ reicht nicht mehr aus, wichtiger wird die Frage, wie oft und wo die eigene Marke in einem Umfeld erwähnt wird, dem Leser und KI-Systeme gleichermaßen vertrauen.
Der praktische erste Schritt ist ein Audit der vergangenen zwölf Monate: Wie viele Erwähnungen in vertrauenswürdigen Medien kamen zusammen, wie konsistent war die Markenbezeichnung dabei, und wie sauber war jede Platzierung als Anzeige gekennzeichnet? Aus diesen drei Antworten lässt sich ein realistischer Platzierungsplan für die kommenden Quartale ableiten.
Häufige Fragen zu E-E-A-T, GEO und Advertorials
Zitiert ChatGPT Advertorials direkt als Quelle?
Nein, praktisch nie, nur rund 0,3 Prozent aller KI-Zitate stammen aus bezahlten Inhalten. Für die Praxis heißt das: Der Erfolg eines Advertorials zeigt sich vor allem daran, wie sich die Zahl unabhängiger Markenerwähnungen über mehrere Monate entwickelt, weniger daran, ob der Artikel selbst in einer KI-Antwort erscheint.
Wie stabil sind Quellenangaben in KI-Suchergebnissen wie AI Overviews?
Sehr instabil: Google AI Mode tauscht wöchentlich rund 56 Prozent seiner zitierten Domains aus, ChatGPT sogar 74 Prozent. Nur bei markenbezogenen Suchanfragen bleiben Domains deutlich häufiger präsent, in rund 43 Prozent der Fälle über einen Beobachtungszeitraum von 17 Wochen. Wer dauerhaft sichtbar bleiben will, profitiert deshalb von vielen verteilten Erwähnungen.
Reicht die Bezeichnung „Sponsored Post“ presserechtlich als Kennzeichnung aus?
Nein, der Deutsche Presserat stuft Bezeichnungen wie „Sponsored Post“, „Advertorial“ oder „Verlags-Sonderveröffentlichung“ presseethisch als unzureichend ein. Laut Pressekodex Ziffer 7 muss bezahlter redaktioneller Inhalt eindeutig als „Anzeige“ gekennzeichnet werden. Verstöße gegen dieses Trennungsgebot sanktioniert der Presserat jährlich in zahlreichen Fällen.
Müssen Links in einem Advertorial als „nofollow“ oder „sponsored“ markiert werden?
Ja, Google verlangt seit 2019 explizit, dass bezahlte Links, etwa aus Advertorials, mit dem Attribut rel=“sponsored“ oder rel=“nofollow“ versehen werden. Fehlt diese Kennzeichnung, wertet Google den Link potenziell als organisches Empfehlungssignal, was im Zweifel manuelle Maßnahmen gegen die betroffene Domain nach sich ziehen kann.
Wie viele Markenerwähnungen braucht es, um in Google AI Overviews sichtbar zu werden?
Eine feste Zahl gibt es nicht, aber die Tendenz ist eindeutig: Domains im obersten Quartil der Markenerwähnungen erzielen laut einer Analyse von 75.000 Marken bis zu zehnmal mehr KI-Erwähnungen als Domains im nächstniedrigeren Quartil. Kontinuierlich aufgebaute, viele kleinere Erwähnungen wirken in Summe stärker als eine einzelne große Kampagne.
CEO & Gründer – Wordsmattr GmbH
Lukas Gehrer ist Gründer und CEO der Advertorial-Agentur Wordsmattr.io und Experte für Advertorials & Content Marketing. Über seine Erfahrung rundum Marketing, KI & Online Sichtbarkeit berichteten bereits die FAZ, DerStandard, Basicthinking, ITdaily, HORIZONT und viele weitere Medien. 2014 als Journalist und Podcaster gestartet, schreibt er heute noch immer als Gastautor, etwa für ZDNet oder World4You.

